Die Gemeinde Mustin

Zwischen zwei Seen

Wappen der Gemeinde Mustin
Gemeindewappen

Der Name Mustin ist wendischen Ursprungs. Es wird angenommen, dass das Dorf im 12. Jahrhundert entstanden ist. In der Urkunde des Bischofs Isfridur vom Jahre 1194 wird zum ersten Male eine Kirche in Mustin erwähnt. In den späteren Jahrhunderten erlebten das Dorf und das Vorwerk Mustin die Geschicke des gesamten Landes, die Durchzüge der kaiserlichen Truppen und der Schweden im Dreißigjährigen Krieg, die Besetzung des gesamten Landes 1693 durch schwedische Truppen. Die Schulchronik berichtet, dass bereits seit der Reformation die Jugend in Mustin Unterricht erhielt. Küster und Pastoren waren die ersten Lehrer.

Der Erste Weltkrieg kostete 41 Soldaten aus Mustin das Leben. 108 Soldaten fielen im Zweiten Weltkrieg. Es war fast keine Familie, die nicht betroffen war, und Anfang 1945 standen die Flüchtlingstrecks vor unserem Dorf. Sie kamen aus Pommern und Ostpreußen.

Das alte Dorf Mustin hatte um 1900 53 Häuser und ca. 270 Einwohner. Der Zustrom der Ausgebombten, Evakuierten und Vertriebenen machte den Wohnraum in Mustin zu eng. Als Folge entstand nach dem Kreige am Waldrand eine völlig neue Siedlung mit 31 Häusern. Die wirtschaftliche Struktur des Dorfes um 1950 ist landwirtschaftlich geprägt. Die Domäne bewirtschaftet 1100 Morgen Land und beschäftigt etwa 30 Arbeitskräfte. Es waren 23 Bauernhöfe zwischen 30 und 300 Morgen Land und 12 Handwerksbetriebe hier ansässig. Ferner gab es 3 Kaufleute, 1 Schlachterei, 1 Bäckerei, 1 Friseur und 2 Gastwirtschaften.

1951 wird die Schule umgebaut und 1974 nach Ratzeburg verlegt. Im alten Schulgebäude ist heute der Kindergarten untergebracht. Durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Anfang der fünfziger Jahre werden die Dorfstraßen ausgebaut. 1974 erfolgt die Flurbereinigung, ab 1994 wird Mustin zentral aus Ratzeburg mit Wasser versorgt.

Das Kulturelle im Dorf wird überweigend von der Kirche, der Schützenkameradschaft, dem Sportverein und der Freiwilligen Feuerwehr gestaltet. Das größte Ereignis nach dem Krieg war die Wiedervereinigung Deutschlands. Heute verbindet Mustin zur Nachbargemeinde Roggendorf in Mecklenburg ein gutnachbarliches Verhältnis. Die Struktur des Dorfes Mustin im Jahre 2000: 660 Einwohner, 2 Landwirte, die Domäne, 1 Café, 1 Altenheim, 2 Ingenieurbüros, 7 Handwerksbetriebe, 1 Baudienstleisungsbetrieb.

Beschreibung des Gemeindewappens:
Von Schwarz und Gold erhöht schräg geteilt. Oben ein goldener Pferdekopf, unten ein mit Kleeblättern besetzter grüner Schrägbalken (Rautenkranz), der unten von 2 grünen Seeblättern nach der Figur begleitet wird.
Genehmigt: 23. Februar 1996, Entwurf: S. Herbst, Bäk nach Vorarbeiten von W. Schmoll, Mustin