Die Gemeinde Einhaus

Schon die Eiszeit hat für den Standort gute Voraussetzungen geschaffen. Ein gewaltiger Gletscher hat sich parallel zum Ratzeburger See in die Landschaft gegraben. Nach dem Abschmelzen der Eismassen blieb das Einhaus-Fredeburger-Trockental zurück. Hier, auf der Kuppe des Tales in westlicher Richtung, wurde das Dorf angelegt. Der Ratzeburger See liegt 10 Minuten Gehzeit entfernt. Bis zur Stadtmitte von Ratzeburg sind es 3 Kilometer. Nach Lübeck hat man 24 Kilometer und nach Hamburg 60 Kilometer Fahrweg. Von den Hangkuppen des Endmoränentales kann man die Türme von Lübeck sehen. Die Nachfrage nach Bauland ist heute sehr hoch.
 
Zum ersten Mal wird Einhaus in Urkunden des Jahres 1194 erwähnt. 6 Bauern und ein Kätner werden darin zur Steuerabgabe herangezogen. In den Folgejahren wurde ein Hof geteilt. 1945 gab es 7 Bauern, einen Kätner und 3 Betriebe, die im Nebenerwerb Landwirtschaft betrieben. Auf der Westseite dazu 5 Altenteilhäuser, ein Wohnhaus und ein Gemeindehaus (Armenhaus). 1741 zog es den "Wegegeldeinnehmer" Johann Hinrich Schaffer von Pogeez nach Einhaus. Er erbaute die ehem. Gaststätte "Zum Zoll". Dies war die erste Ansiedlung im Osten von Einhaus. Ihm folgten ein Schmied, ein Stellmacher, ein Viehhändler, ein Bahnarbeiter und ein Altenteiler aus dem Westdorf. Heute gibt es nur noch einen tätigen Landwirt in der Gemeinde. Er wurde ausgesiedelt, nachdem sein Betrieb innerhalb des Dorfes abgebrannt war. Ein Tiefbauunternehmen sichert heute zahlreiche Arbeitsplätze am Ort.
 
Nach 1945 wurden im Westdorf 54 und im Ostdorf 50 Neubauten errichtet. Diese sind überwiegend als Einfamilienhäuser gebaut. Ein Feuerwehrgerätehaus mit 2 Mehrzweckräumen ist inzwischen zum Zentrum der Gemeinde geworden. Hier trifft sich nicht nur das Rückgrat der Gemeinde - die Feuerwehr. Vielmehr werden hier Spielnachmittage für Groß und Klein, Gymnastik für männliche und weibliche Teilnehmer, DRK-Veranstaltungen und Gemeindefeste für alle Altersgruppen angeboten. Es gibt Zeiten, da reichen die Räumlichkeiten nicht aus. 2008 erfolgte der letzte Anbau mit zeitgemäßen Garderoben und Sanitäranlagen.
 
In Einhaus gab es nicht immer friedliche Zeiten. So erinnert das Ansveruskreuz an die Steinigung von Abt Ansverus und seiner 18 Mönche im Jahre 1066. Der Name "Alte Salzstraße" für die B 207 im Bereich von Einhaus weist darauf hin, dass hier Handelsware transportiert wurde. Das lockte kriegerische Horden an. Im Dreißigjährigen Krieg und in der Franzosenzeit unter Napoleon wurde auch Einhaus stark in Mitleidenschaft gezogen. 1850 wurde der Wegegeldeinnehmer zweimal von feindlichen Horden geplündert.
 
Der Zweite Weltkrieg forderte viel von allen Menschen, ob sie nun Einheimische oder Flüchtlinge waren. Im Bahnarbeiterhaus etwa lebten 1945 19 Personen, die größte Familie mit 5 Personen in einem Zimmer von 12 Quadratmetern.
 
Die moderne Technik machte vor Einhaus nicht halt. 1851 zertrennte die Lübeck-Büchener Eisenbahn durch den Bahndamm die Gemeinde Einhausin einen westelichen und einen östlichen Teil. Die Bahnstrecke Berlin-Kiel streifte im Süden die Einhäuser Feldmark, die 1897 fertiggestellt wurde.
 
In der Zeit von 1781 bis 1842 wurde im Wege der Verkoppelung die Feldmark neu geordnet. Die einzelnen Parzellen mussten mit Knicks umrandet werden. 1960 wurden über 50 % der Knicks bei der Flurbereinigung entfernt. Es war die moderne Technik der Landwirtschaft, die dieses erforderlich machte. Felder mussten zusammengelegt werden, um Großraummaschinen effektiver einsetzen zu können.
 
In den Bebauungsplänen 4 und 5 wurden neue Bauflächen ausgewiesen. Ein Bebauungsplan 6 "Hinterm Zoll" ist in Vorbereitung. Nach dem Ausbau der B 207 im Jahre 2006 mit Ortsanbindung wurde die Dorfmitte neu gestaltet. Eine Freizeitwiese mit Bolz- und Grillplatz sowie ein Radwander Rastplatz am Dorfteich sind jetzt das Zentrum der Gemeinde. Highlight ist dabei der Skulpturenpark, zu dem jährlich zur sommerlichen Ausstellung "Dörfer zeigen Kunst" von zahlreichen Schnitzern neue Kunstwerke geschaffen werden.
 
So bleibt Einhaus eine lebendige Gemeinde, die mit Optimismus in die Zukunft schaut.
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