Das Amt Lauenburgische Seen und seine Gemeinden

Im Rahmen der in Schleswig-Holstein durchgeführten Ämterreform in den Jahren 2007 und 2008 wurden die 7 Gemeinden Brunsmark, Hollenbek, Horst, Klein Zecher, Salem, Seedorf und Sterley aus dem Amt Gudow-Sterley, welches mit Ablauf des 31.12.2006 aufgelöst wurde, in das Amt Ratzeburg-Land eingegliedert, zu dem die anderen vorstehend aufgeführten 18 Gemeinden gehörten. Auf der Grundlage übereinstimmender Beschlüsse aller Gemeinden aus dem Jahre 2006 hat das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein mit Bescheid vom 23.11.2006 die Eingliederung der Gemeinden und die Auflösung des Amtes Gudow-Sterley verfügt.

Gleichzeitig hat das Innenministerium die beantragte Namensänderung in „Amt Lauenburgische Seen“ mit Wirkung vom 01.01.2007 genehmigt. Mit dem neuen Namen wurde für das nun größere Amt Lauenburgische Seen mit 25 Gemeinden einen neue gemeinsame Zukunft begonnen.

Das alte Amt Ratzeburg-Land ist am 01.07.1948 nach Auflösung der alten Amtsbezirke durch den Kreistag des Kreises Herzogtum Lauenburg als Bezirksamt für die Gemeinden Albsfelde, Bäk, Buchholz, Einhaus, Fredeburg, Giesensdorf, Groß Disnack, Groß Grönau, Groß Sarau, Harmsdorf, Holstendorf, Kittlitz, Klein Disnack, Klein Sarau, Kulpin, Mechow, Mustin, Pogeez, Römnitz, Schmilau und Ziethen gebildet worden.

Im Jahre 1971 schließen sich Klein Sarau, Groß Sarau und Holstendorf zu einer Gemeinde mit dem Namen „Groß Sarau“ zusammen. Ferner wird im Jahre 1974 die Gemeinde Klein Disnack in die Gemeinde Pogeez eingemeindet.

Das alte Amt Gudow-Sterley ist am 15.12.1971 aus den damals eigenständigen Ämtern Gudow und Sterley hervorgegangen. Diese wiederum sind nach dem 2. Weltkrieg und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland aus den 1889 gebildeten Ämtern Gudow (mit den Gemeinden Besenthal, Göttin, Grambek, Gudow, Langenlehsten, Lehmrade, Sarnekow, Gutsbezirk Gudow), Sterley (mit den Gemeinden Brunsmark, Hollenbek, Salem, Sterley, Gutsbezirke Hollenbek und Kogel, Forstgutsbezirk Hundebusch) und Seedorf (mit den Gemeinden Dargow, Klein Zecher, Seedorf, Gutsbezirken Groß Zecher und Seedorf) hervorgegangen.

Erstmalig entstanden sind auf Anordnung des Preußischen Ministers des Innern zum 01.10.1889 im Kreisgebiet 23 Amtsbezirke, darunter auch das ehemalige Amt Ratzeburg-Land mit den damaligen Ämtern St Geborgsberg (mit den Gemeinden Albsfelde, Buchholz, Einhaus, Fredeburg, Giesensdorf, Groß Disnack, Harmsdorf, Kulpin, Pogeez und Schmilau), Mustin (mit den Gemeinden Kittlitz, Mustin, Dechow, Thurow und Lassahn), Tüschenbek (mit den Gemeinden Groß und Klein Grönau, Groß und Klein Sarau sowie den später zu Groß Sarau gekommenen Hornstorf und Holstendorf), Gudow, Seedorf und Sterley.

Für eine kurze Übergangszeit nach 1945 gehörten alle Gemeinden zu Bezirksbürgermeistereien. Ab 01.07.1947 erfolgten die Auflösung der Bezirksbürgermeistereien und das Wiederaufleben der alten Amtsbezirke.

Bereits bei den Beratungen zur Landgemeindeordnung von 1892 wurden Bestrebungen laut, die Gutsbezirke mit den Landgemeinden zu verschmelzen. Erst im Jahre 1928 wurden diese Verhältnisse aufgrund der Änderung der politischen Machtverhältnisse bereinigt. Mit Wirkung vom 30.09.1928 wurden im Kreis Herzogtum Lauenburg Gutsbezirke aufgelöst.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden die gemeindlichen Vertretungen aufgelöst oder ihrer entscheidenden Zuständigkeiten beraubt. Die Einführung der Deutschen Gemeindeordnung von 1935 hatte das Ziel, die kollegialen Selbstverwaltungsorgane auszuschalten und das Prinzip der unbeschränkten Führerverantwortlichkeit (alleinige Entscheidungsbefugnis des Leiters der Verwaltung) durchzusetzen.

1937 erhielt der Amtsbezirk Sterley aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes die bisher zu Mecklenburg gehörige Landgemeinde Horst. 1938 schlossen sich die Gemeinden Seedorf, Groß Zecher und Klein Zecher (am 01.04.1952 erhielt Klein Zecher seine Selbständigkeit als Gemeinde zurück) zu einer Gemeinde mit dem Namen „Seedorf“ zusammen. Ebenso wurde die Gemeinde Dargow (Amtsbezirk Seedorf) in die Gemeinde Salem (Amtsbezirk Sterley) eingemeindet.

Im Jahre 1966 wurde eine neue Amtsordnung erlassen. Wichtigster Punkt der Novellierung war, dass die Regelgröße eines Amtes mindestens 5.000 Einwohner betragen soll. Wegen der jeweils zu geringen Einwohnerzahl kam es mit Wirkung vom 15.12.1971 zum Zusammenschluss der Ämter Gudow und Sterley zum Amt Gudow-Sterley.

Auch ein Stück deutsch-deutsche Geschichte spielte sich 1945 kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges für das Gebiet des ehemaligen Amtes Ratzeburg-Land ab. Es wurde eine „Grenzregulierung“ in Form einer Begradigung der alten Landesgrenze zu Mecklenburg vorgenommen. Am 13.11.1945 unterzeichneten der russische Generalmajor Lyaschenko und der englische Generalmajor Barber den Vertrag über den Austausch von Grenzgebieten.

Durch diesen Gebietsaustausch wurden ein Teil des Schaalsees und die Gemeinden Dechow, Thurow, Lassahn sowie ein Teil der Mustiner Feldmark zugunsten Mecklenburgs abgetrennt und der sowjetischen Besatzungszone angegliedert. Dafür wurden die 4 mecklenburgischen Gemeinden Bäk, Mechow, Römnitz und Ziethen sowie ein kleiner Teil der Gemeinde Lankow der britischen Besatzungszone zugeordnet und fielen damit an den Kreis Herzogtum Lauenburg. Auch nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist diese Gebietsaufteilung so erhalten geblieben.

Das Amt Lauenburgische Seen ist heute das flächenmäßig größte Amt im Kreisgebiet. Das Amtsgebiet erstreckt sich nunmehr von Groß Grönau am Stadtrand von Lübeck entlang der Seenkette über die Stadt-/Umlandbereiche von Ratzeburg und Mölln bis nach Seedorf und Klein Zecher am Schaalsee.

Damit aber dennoch die erforderliche Bürgernähe gewährleistet werden kann, gibt es neben dem Hauptsitz in Ratzeburg und einer Außenstelle in der Gemeinde Groß Grönau, die schon immer bestanden hat, ab dem 01.02.2007 ein weiteres Bürger-Servicebüro mit komplettem Datenzugriff im Kulturzentrum „Alte Schule“ in der Gemeinde Sterley. Mit diesen drei Anlaufstellen soll allen Bürgern in den 25 Gemeinden die Möglichkeit gegeben werden, ihre Angelegenheiten wohnortnah erledigen zu können.

Alle 25 Gemeinden des Amtes Lauenburgische Seen liegen im Naturpark Lauenburgische Seen, der im Jahre 1960 mit rund 45.000 ha Fläche eingerichtet wurde. Die 25 Gemeinden unseres Amtes umfassen eine Fläche von rd. 24.000 ha. Flora und Fauna können sich hier entfalten und bieten den Menschen die Möglichkeit, die Natur kennen zu lernen und in ihr Erholung zu finden.

Die schöne Landschaft mit den Dörfern, Wäldern, Feldern, Wiesen und Seen lädt nicht nur die Einwohner, sondern auch alle Gäste und Urlauber zum Verweilen und Genießen ein. Vorzufinden ist ein vielfältiges Angebot mit zahlreichen Wander-, Radfahr- und Reitwegen sowie Wassersportmöglichkeiten. Darüber hinaus bieten die Direktvermarkter der Region in Hofläden, Hofcafés und Restaurants viele Leckerbissen aus ihrer eigenen Produktion (z. B. Äpfel, Kartoffeln, Erdbeeren, Himbeeren und ähnliches, Gemüse, Tierprodukte, Marmeladen, Torten usw.) an.

Die überwiegend ländlich strukturierten Gemeinden des Amtes Lauenburgische Seen werden von zahlreichen Vereinen und Verbänden geprägt, die auch das soziale, kulturelle, sportliche und kirchliche Leben gestalten und allen ein umfangreiches Angebot sichern.

Die nahe Metropole Hamburg, die Hansestadt Lübeck, die Nachbarstädte Mölln und Ratzeburg bereichern das Angebot an Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitgestaltung und ergänzend die kulturellen Ansprüche.

Aufgrund seiner landschaftlich reizvollen Lage im Naturpark Lauenburgische Seen sowie einigen Naturschutzgebieten, insbesondere dem Naturschutzgebiet Schaalsee-Landschaft, bietet der Amtsbezirk gute Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten. Dem Tourismus und der Naherholung wird daher in vielen Gemeinden ein besonderes Augenmerk geschenkt. Durch ein über 10-jähriges Dorfentwicklungsverfahren mit vielen Maßnahmen und Projekten konnte die touristische Infrastruktur erheblich verbessert bzw. ergänzt werden.